Konferenz „Deutschland, Mitteleuropa und die östlichen Nachbarn“ (2022) in Vilnius

Datum 13.05.2022

Seimas in Vilnius

Gebäude des Seimas aus dem Jahr 1980 (Konferenzzentrum)

Das Forum Mitteleuropa beim Sächsischen Landtag tagt in diesem Jahr im Parlament der Republik Litauen in Vilnius. Die internationale Konferenz unter dem Titel "Deutschland, Mitteleuropa und die östliche Nachbarschaft" richtete das sächsische Landesparlament am 13. Mai 2022 in Kooperation mit dem litauischen Seimas aus. // In 2022, Central Europe Forum's conference will be held in the Lithuanian capital Vilnius. In cooperation with the Seimas, the conference will take place on 13 May 2022 in the historical parliament building. The thematic focus of the conference lies on ‘Germany, Central Europe and the Eastern Neighbours’.

Thema der Konferenz

Nachdem die vergangenen Jahre mit dem Austritt Großbritanniens aus der EU und der Corona-Pandemie keine einfache Zeit für Europa und die Europäische Union waren, wartet das Jahr 2022 mit einer immensen Herausforderung im Bereich der äußeren Sicherheit auf. Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine konfrontieren alle Akteure und Mitgliedstaaten der Europäischen Union mit einer in dieser Form ungekannten Situation, die Auswirkungen bis auf die kommunalen Ebenen, bis tief in den privaten Bereich hinein hat. Russland, das dort herrschende Regime von Wladimir Putin, aber ebenso das belarussische Diktaturregime unter Aljaksandr Lukaschenka stellen nunmehr die größte Gefahr für den Frieden und die Freiheit in Europa dar. Speziell die Ukraine ist nicht nur in ihrer souveränen demokratischen Staatlichkeit gefährdet, vielmehr sieht sie sich mit katastrophalen Zerstörungen sowie einer humanitären Katastrophe ungeahnten Ausmaßes konfrontiert.

Dem vorgelagert sind die im Jahr 2020 aufgeflammten Bürgerproteste in Belarus und die bis heute anhaltende massive Repression gegen die belarussische Bevölkerung durch das Diktaturregime unter Aljaksandr Lukaschenka. Der damit verbundene Versuch, die EU 2021 an ihrer östlichen Außengrenze durch einen hybriden Angriff in Form gezielter Migrationsströme zu erpressen, reiht sich in die neue Realpolitik der osteuropäischen Diktaturen Russland und Belarus ein.

Dies alles soll Gegenstand der Konferenz des Forums Mitteeuropa 2022 am 13. Mai 2022 in Vilnius sein, selbstverständlich unter der besonderen Warte der mitteleuropäischen sowie der baltischen Sichtweisen. Anhand der nachfolgenden beiden Themenkomplexe möchte die Konferenz die Hauptthematik "Deutschland, Mitteleuropa und die östlichen Nachbarn“ verschiedentlich beleuchten.

Teil 1 – Die Lage in den Diktatur- und Kriegsgebieten – Russland, Belarus, Ukraine

Zunächst nimmt die Konferenz am Vormittag die aktuelle Lage in den Blick. In einer personellen Mischung aus politischen Akteuren sowie Länderexperten soll für die Länder Russland, Belarus und Ukraine ein realistisches Lagebild gezeichnet werden. Im Zentrum der Diskussion steht die Frage, wie es weitergehen kann – in diesen Ländern, vor allem aber im Umgang mit diesen Ländern. Welche Art der Unterstützung ist für die Ukraine geboten? Wie kann die demokratische Opposition in Belarus gestärkt werden? Welcher zukünftige Umgang empfiehlt sich mit Russland in den Bereichen Gesellschaft, Kunst und Kultur, aber auch Wirtschaft und Politik?

Teil 2 Äußere Sicherheit im 21. Jahrhundert – Was muss, was kann Europa tun?

Am Nachmittag geht es darauf aufbauend um längerfristige Optionen in und für Europa, für Mitteleuropa und Deutschland. Im Zentrum steht die sicherheitspolitische Perspektive für Europa und Deutschland. Erleben wir in den kommenden Jahren einen Dauerkrieg, gar eine maximale Eskalation ins NATO-Gebiet? Was sind die Perspektiven für Russland? Kommt es zu einer globalen Machtverschiebung in Eurasien? Vor welchen Veränderungen steht die Sicherheitsarchitektur in Europa? Das alles soll gemeinsam von auf diesem Gebiet ausgewiesenen Diplomaten, Politikern und wissenschaftlichen Experten erörtert werden.

Topic of the conference

After several difficult years for Europe and the European Union recently, with Brexit and the Coronavirus pandemic, 2022 brings with it an immense challenge for external security. Russia’s war of aggression against Ukraine is confronting all actors and Member States in the European Union with an unprecedented situation, with impacts down to municipal levels and even deep into the private sector. Russia, the ruling regime of Vladimir Putin, as well as the Belarussian regime under dictator Alexander Lukashenko are now the greatest threats to peace and liberty in Europe. The sovereign democratic statehood of Ukraine in particular is not only at risk, it actually faces catastrophic destruction and a humanitarian catastrophe of unrivalled scale.

This was preceded by the civilian protests in Belarus which erupted in 2020 and the ongoing widespread repression of the Belarussian population by the dictatorial regime under Alexander Lukashenko. The associated attempt to blackmail the EU in 2021 with a hybrid attack on its Eastern external border in the form of targeted flows of migrants is part and parcel of the new ‘realpolitik’ of the Eastern European dictatorships in Russia and Belarus. It is marked by an uncompromising language of strength and acts of brutal violence.

All this will be the subject of the 2022 Central Europe Forum Conference in Vilnius on 13 May 2022, naturally focusing in particular on Central European and Baltic points of view. Based on the following two topic groups, the conference aims to approach the main subject ‘Germany, Central Europe and the Eastern Neighbours’ in different ways.

Part 1 – The situation in the dictatorships and war zones – Russia, Belarus and Ukraine

The conference will start in the morning with a look at the current situation. A variety of political actors and national experts will attempt to provide a realistic impression of the situation in Russia, Belarus and Ukraine. The debate will revolve around what the future can hold – both in these countries themselves and above all how we deal with these countries. How can we best support Ukraine? How can the democratic opposition in Belarus be strengthened? How should we deal with Russia in the fields of society, art and culture, as well as economically and politically in future?    

Part 2 – External security in the 21st century – What must Europe do and what can it do?

Building on this, the afternoon will be about longer-term options in and for Europe, Central Europe and Germany. This will revolve around the security policy outlook for Europe and Germany. Will we experience a permanent state of war in the years to come, or even a maximum escalation into NATO territory? What are the perspectives for Russia? Will there be a global power shift in Eurasia? What changes does Europe’s security architecture face? These are the questions the diplomats, politicians and expert scientists in this field will debate with one another.